Gefahrstoff-Alarm in Warmsen: Natronlauge und Salpetersäure laufen aus Lkw aus – Feuerwehr im Einsatz – DIE HARKE


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Der große Gefahrguteinsatz in Warmsen ist beendet. Auf dem Gelände einer Molkerei waren giftige Substanzen ausgelaufen. Sie wurden gesichert und entsorgt. Fenster und Türen können wieder geöffnet werden.
Warmsen. Der Feuerwehreinsatz bei WS Warmsener Spezialitäten in Warmsen ist beendet. Auf dem Gelände der Molkerei waren am Donnerstag (12. Februar) gefährliche Stoffe ausgetreten. Rund 200 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz. Es gab keine Verletzten.
Nach Angaben von Feuerwehrpressesprecher Dennis Haverland war aus einem beschädigten IBC-Container Salpetersäure ausgelaufen. Diese sei hochgefährlich und wirke ätzend. Der betroffene Behälter wurde geborgen und gesichert und wird durch ein Spezialunternehmen fachgerecht entsorgt. Gegen 14.30 Uhr gab Haverland Entwarnung: „Wir haben Messungen durchgeführt: Es gibt keine Schadstoffe mehr in der Luft.“ Fenster und Türen können wieder geöffnet werden.
Die Feuerwehren rücken sukzessive wieder ein. Ihr Einsatz dauerte rund fünf Stunden. Wegen der giftigen Gase trugen die Feuerwehrkräfte besondere Schutzkleidung. Das Gelände des Molkereibetriebs war abgeriegelt. Lieferverkehr wurde am Tor abgefertigt.
Die Feuerwehr hatte die Menschen in der Umgebung mit Lautsprecherdurchsagen zur Vorsicht gemahnt. Der Appell, Fenster und Türen zu schließen kam auch über die Warn-App Biwapp. „Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Es besteht keine akute Gefahr für die Bevölkerung“, hatte Feuerwehrsprecher Haverland schon am Morgen betont. Weil kaum Wind wehe, sei die Ausbreitung des giftigen Gases lokal begrenzt. Zeugen wollen eine gelbe Wolke über dem Betriebsgelände wahrgenommen haben.
Wie der Container beschädigt wurde, ist gegenwärtig unklar. Er sei mit weiteren, mit giftigen Substanzen gefüllten Containern auf einem Auflieger gelagert gewesen, erklärt der Feuerwehrsprecher. Die Firmenleitung bezieht derzeit keine Stellung; die Konzernzentrale hat eine Pressemitteilung angekündigt.
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Die Bohnhorster Straße war wegen des Feuerwehreinsatzes gesperrt, ist nun aber wieder frei. Auch an der Straße Richtung Schamerloh kam es zu Behinderungen. Dort befindet sich das rückwärtige Betriebsgelände. WS Warmsener Spezialitäten produziert gezuckerte Kondensmilch und Milchprodukte als Zutaten für die Lebensmittelindustrie. Rund 90 Mitarbeiter sind am Standort Warmsen beschäftigt. Das Unternehmen gehört zur Uelzena-Gruppe.
DH

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