Fahrradanhänger für Kinder: Die besten Modelle im Überblick – IMTEST


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Wer Kinder sicher und komfortabel mit dem Fahrrad transportieren möchte, muss sich zwischen zwei grundverschiedenen Konzepten entscheiden. IMTEST zeigt die besten Fahrradanhänger und erläutert Vor- und Nachteile zum Cargo-E-Bike.
Fahrradanhänger oder Cargo-E-Bike? Ist man mit Kindern und Fahrrad viel unterwegs, stellt sich schnell die Frage nach dem richtigen Transportsystem. Fahrradanhänger und Cargo-E-Bikes versprechen sichere Mitnahme, Komfort und Alltagstauglichkeit – unterscheiden sich jedoch deutlich bei Preis, Fahrverhalten und Flexibilität. Während Anhänger vergleichsweise günstig und vielseitig einsetzbar sind, bieten Lastenräder ein integriertes Gesamtpaket mit direktem Blickkontakt zum Nachwuchs. Doch welches System passt besser zu welchen Bedürfnissen? IMTEST gibt einen Überblick über die besten Fahrradanhänger und zeigt die Vor- und Nachteile beider Transportsysteme auf.

Die Marke aus Norwegen hat mehrere Modelle zu unterschiedlichen Preisen in ihrem Repertoire, darunter auch solche – praktisch für Skandinavien – die man mit Kufen für Fahrten im Schnee ausstatten kann.
Das neue Modell Outback Next ist beispielsweise ein besonders geräumiger Multisport-Anhänger für bis zu zwei Kinder, der sich flexibel als Fahrradanhänger, Kinderwagen, Joggingwagen oder Schlitten nutzen lässt. Weiche, vierfach verstellbare Sitze, eine vordere sowie anpassbare Hinterradfederung und ein luftgefülltes Kinderwagenrad sollen für hohen Komfort auf unterschiedlichen Untergründen sorgen. Ein großer Kofferraum (bis 8 kg), praktische Innentaschen sowie ein höhenverstellbarer Griff sollen darüber hinaus den Alltag erleichtern.
Qeridoo bezeichnet seinen Sportrex 2 als kompakten Allrounder mit vielen Benefits und Zusatzfunktionen. So lässt er sich nicht nur als Buggy und Fahrradtrailer nutzen, sondern kann mithilfe von separat erhältlichem Zubehör auch auf Schnee, zum Joggen oder Inlineskaten genutzt werden. Das praktische 3-in-1-Verdeck soll je nach Einstellung vor Insekten, Sonne und Spritzwasser schützen, der Hänger bietet darüber hinaus ein 360 Grad-Belüftungssystem.
Weitere praktische Features sind der höhenverstellbare Schiebegriff mit Überrollschutz, Z-Rückstrahler sowie Reflektorlinien und eine Handparkbremse. Auch den zwei Kindern, die im Sportrex 2 Platz finden, wird mit einer höhenverstellbaren Kopfstütze, einem Heckaufprallschutz sowie Netztaschen in der Innenkabine einiges an Komfort und Sicherheit geboten. Das zulässige Gesamtgewicht gibt Qeridoo mit 60 Kilogramm an, die maximale Zuladung von 43,5 Kilogramm darf nicht überschritten werden.
Statt eines Hängers setzen viele Eltern auch auf ein Cargo-E-Bike. IMTEST hat drei Modelle getestet – den ausführlichen Bericht gibt es hier.
Croozer ist wohl neben Thule eine der bekanntesten Marken für Kinder-Fahrradanhänger. Ihr Modell Keeke 2 für zwei Kinder kommt dabei in einer schicken und schlichten Optik und wirkt sehr aerodynamisch. Im Lieferumfang ist bereits ein Buggy-Set enthalten, den Kofferraum betitelt Croozer selbst als Raumwunder, denn er soll ein Volumen von 52 Litern aufweisen.
Für eine komfortable Fahrt sollen die ergonomischen Einzelsitze, die sogenannte Croozer AirPad-Federung sowie das gepolsterte Easy Pull 5-Punkt-Gurtsystem sorgen. Darüber hinaus ist der Kid Keeke 2 mit einer Feststellbremse und Batterierücklicht ausgestattet. Bei sonnigem Wetter sollen die Fensterfolien einen Lichtschutzfaktor von 80 bieten.
Bekannt als Marke für Kinderwagen, gibt es von ABC Design nun auch einen Fahrradanhänger für den Nachwuchs, der sich mit den passenden Zusatzrädern auch zum Spazierengehen und Joggen gut eignen soll. Laut Hersteller lassen sich die beiden Sitze getrennt voneinander einstellen und bieten neben einer extra Polsterung auch eine Liegeposition. Das 5-Punkt-Gurtsystem sowie die Hand- und Scheibenbremsen sollen für maximale Sicherheit sorgen.
Der Tour bietet eine hohe Bodenfreiheit, während leistungsstarke Federn eine laufruhige und sanfte Fahrt über jegliche Untergründe garantieren sollen. Besonders praktisch für die täglichen Erledigungen ist die herausnehmbare Tasche im Kofferraum. Zudem bietet der Hänger ein Moskitonetz, einen Regen- und Spritzwasserschutz sowie ein verstellbares Sonnenverdeck mit Lichtschutzfaktor 50+ (laut Hersteller).
Wie die anderen Fahrradanhänger ist auch dieser zusammenklappbar. ABC Design gibt an, dass ihr Hänger auch für E-Bikes geeignet ist.
Das absolute Spitzenmodell der hier vorgestellten Fahrradanhänger, zumindest preislich, ist der Thule Chariot Sport 2. Er soll sich vorwiegend an sportlich aktive Eltern richten, die neben Radtouren auch viele Jogging-Einheiten mit ihrem Nachwuchs absolvieren möchten. Das Jogging-Rad sowie Kufen für Aktivitäten in Schnee sind separat erhältlich.
Nach eigenen Angaben lässt sich mit einer schnellen, 180 Grad-Raddrehung der Fahrradanhänger in Sekundenschnelle in einen Kinderwagen umwandeln. Zudem soll die Deichsel im Gegensatz zu Vorgängermodellen neu gestaltet worden sein und mit nur einem Klick sicher befestigt werden können. Ein integriertes Schloss soll Langfinger fernhalten.
Des Weiteren hat Thule seinen Chariot Sport 2 double mit einer LED-Beleuchtung und leistungsstarken Scheibenbremsen ausgestattet, die eine erhöhte Sicherheit garantieren sollen. Die Sitzmöglichkeiten können modular gestaltet werden, sodass bei Mitnahme von nur einem Kind dieses auch in der Mitte sitzen kann. Der Sitz soll dabei ergonomisch geformt und besonders weich sein, zudem verspricht Thule eine gute Belüftung des Innenraums.
Das maximale Gewicht pro Kind ist mit 22 Kilogramm angegeben, der Hänger an sich wiegt laut Hersteller 20,3 Kilogramm.
Sicherheit, Alltagstauglichkeit und Preis: IMTEST fasst zusammen, welches System welche Vor- und Nachteile mitbringt.
Fahrradanhänger verfügen über eine stabile Fahrgastzelle. Sicherheitsgurte sollen dafür sorgen, dass Kinder bei einem Crash in der schützenden Fahrgastzelle bleiben. Bei einem Seitenaufprall wird der Anhänger mit großer Wahrscheinlichkeit weder umkippen noch überfahren, sondern seitlich weggeschoben, wodurch bereits sehr viel Anprallenergie absorbiert wird.
Dies bedeutet eine hohe Schutzwirkung für die Insassen, die sicher in der auf beiden Rädern stehenden Fahrgastzelle bleiben, unabhängig davon, ob der oder die Fahrende des Zugfahrrades stürzt oder nicht. Robuste Stoßfänger, ein umlaufender Schutzbügel und ein Schiebebügel, der auch als Überrollschutz fungiert, sind zusätzliche Sicherheitsmerkmale bei hochwertigen Anhängern.
Bei Cargobikes gibt es mittlerweile Sicherheitsboxen aus geschäumtem Kunststoff wie EPP (expandiertes Polypropylen). „Das Material ist aus dem Autobau bekannt und hält auch einem Crashtest eines Autos stand. Die Zeiten, in denen Kinder noch in Holzkisten im Lastenrad transportiert wurden, sollten vorbei sein“, sagt Lothar Schiffner vom Cargobike-Hersteller Ca Go. Die Hartschaumboxen sind so konzipiert, dass sie bei einem Aufprall Energie absorbieren sollen und oft so gestaltet, dass sie den Kopf- und Nackenbereich zusätzlich schützen.
Aber egal, ob Lastenrad oder Anhänger: Eltern müssen darauf achten, dass ihre Kinder stets richtig angeschnallt sind. Bei hochwertigen Produkten ist ein Fünf-Punkt-Gurtsystem verbaut, das die Kinder an den Schultern und der Hüfte bei einem Zusammenstoß sicher im Sitz hält. Dafür müssen allerdings auch alle Gurte angelegt und auf die Körpergröße passend eingestellt sein. Zudem ist das Tragen eines Fahrradhelms zu empfehlen.
Um bei Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen gesehen zu werden, müssen Kinderanhänger laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) eine aktive Rückleuchte sowie zwei Reflektoren nach vorne und hinten haben. Zusätzlich sind retroreflektierende Textilbänder hilfreich, die das Scheinwerferlicht von anderen Fahrzeugen reflektieren. Ein Sicherheitswimpel sorgt für zusätzliche Sichtbarkeit, wenn der Anhänger durch Autos verdeckt wird.
Bei Cargorädern ist die nötige Lichtausstattung bereits am Rad verbaut. Hier können zusätzlich die EPP-Boxen mit reflektierenden Eigenschaften ausgestattet werden, was die Sichtbarkeit nochmals erhöht. Seit 2024 sind auch Blinker für E-Bikes erlaubt, die ebenso für Sichtbarkeit und Sicherheit sorgen können.
Bevor es richtig losgeht, empfiehlt es sich, sowohl mit dem Anhänger als auch mit dem Cargo-E-Bike, ohne Kinder abseits des Straßenverkehrs ausgiebig zu üben. Bremsen, Notbremsen, Lenken, Kurvenfahren stehen genauso auf dem Programm wie das Passieren von Engstellen und Schwellen. Das Fahrverhalten ist nämlich schon ein anderes als auf einem normalen Fahrrad oder E-Bike, allein schon durch das Gewicht. Nicht selten bringt ein Cargo-E-Bike 60 Kilogramm und mehr auf die Waage – und das ohne Fahrer und Gepäck.
Grundsätzlich unterscheiden sich ein- und zweispurige Cargo-E-Bikes. Der Vorteil von zweispurigen Modellen ist das dritte Rad, das für ungeübte bei der Handhabung erstmal Sicherheit vermittelt.
Eine weitere Cargobike-Option sind die sogenannten Longtails, also Räder mit verlängertem Gepäckträger. Dank verschiedener Aufbauten können bis zu zwei Kinder in Kindersitzen oder auf einer Sitzbank mitgenommen werden. Solche Räder fahren sich wie gewöhnliche Fahrräder, wenngleich der Fahrer schon merkt, wenn sich Kinder auf der Rückbank „bewegen“.
Anhänger haben kaum Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Selbst Kurvenfahrten bleiben wie mit dem gewohnten Solofahrrad: Der Fahrende kann sich in die Kurve lehnen, der Anhänger folgt stabil auf beiden Rädern, weil die Kupplung des Anhängers gelenkig ist. Einzig: Man muss etwas mehr auslenken, um mit dem Anhänger nicht an Engstellen anzustoßen.
Auch das Gewicht des Anhängers inklusive Kinder bemerkt man beim Fahren kaum. Besonders komfortabel ist es jedoch, wenn die Eltern mit dem E-Bike unterwegs sind.
Beim Anhänger ist der Kontakt zwischen Eltern und Kindern wie im Auto – das Elternteil ist vorne, die Kinder hinten. Der Anhänger ist dabei das Reich der Kinder. Hier können sie sich selbst beschäftigen oder die Eltern beobachten.
Bei den meisten Cargobike-Varianten sitzen die Kinder hingegen vorne und sind somit im Blickfeld der Fahrenden. Die Kinder haben ein freies Sichtfeld und können so mehr von der Umwelt wahrnehmen. Zum Schutz vor Fahrtwind, Insekten und Staub empfiehlt sich die Nutzung einer Haube.
Für zusätzlichen Komfort sorgen diverse Federungssysteme, die etwa Schlaglöcher oder Wurzeln absorbieren. Diese gibt es bei Hängern beispielsweise sowohl bei Croozer als auch Thule, aber auch Cargo-E-Bike bieten entsprechenden Komfort. So hat der Testsieger von Ca Go eine Federgabel, der für eine Dämpfung der Transportbox sorgt, als auch eine gefederte Sattelstütze für den Fahrer.
In Sachen Alltagstauglichkeit punkten Kinderanhänger durch ihre Flexibilität. Da mehrere Räder mit einer Anhängerkupplung ausgestattet werden können, ist die Nutzung des Anhängers nicht nur auf ein Rad beschränkt. So kann ein Elternteil die Kinder in die Kita bringen, den Anhänger dort anschließen und nachmittags holt das andere Elternteil den Anhänger mitsamt Kindern wieder ab.
Zudem verfügen viele Modelle über einen kleinen Kofferraum, in dem Einkäufe oder Spielsachen für Kinder verstaut werden können. Zusätzlich lassen sich Fahrradanhänger mit nur wenigen Handgriffen zu einem Kinderwagen umbauen oder auch zusammengeklappt im Kofferraum mit in den Urlaub nehmen.
Darüber hinaus darf der Hänger, anders als das Cargo-E-Bike, im Fahrradabteil der Bahn mitgenommen werden.
Cargo-E-Bikes hingegen lassen sich nicht „mal eben“ in den Keller tragen, so dass das sichere Abstellen gerade in Großstädten wohl überlegt sein sollte.
Da viele Cargo-E-Bikes konfigurierbar sind, könnte man sie auch, wenn irgendwann keine Kinder mehr mitfahren, als reine Lastenräder umbauen (lassen).
Kinder können im Anhänger sowie im Cargobike ab dem Moment mitgenommen werden, da sie selbstständig sitzen können. Für viele Anhänger gibt es als optionales Zubehör eine Babywanne, die modellabhängig eine Mitnahme ab dem ersten bzw. dritten Monat ermöglicht. Cargobikes bringen zum Teil Aufnahmepunkte zur Befestigung einer Babyschale mit.
Kinder dürfen bis zur Vollendung ihres siebten Lebensjahres in Cargo-E-Bikes mitfahren. Die Hersteller geben zudem meist Gewichtsangaben an. Bei Longtails können dank spezieller Passagierkits Kinder mit einem Gewicht bis zu 65 Kilogramm mitfahren. Im Anhänger hingegen dürfen Kinder laut Straßenverkehrsordnung bis zum sechsten Lebensjahr mitgenommen werden.
E‑Lastenräder für den Kindertransport gibt es bereits ab etwa 4.000 Euro. Hochwertige Modelle wie von Riese & Müller, I:sy oder Ca Go kosten ab ca. 5.500 Euro. Der Vorteil an Lastenrädern: Man kann sie für drei Jahre leasen, wenn es der Arbeitgeber ermöglicht. So sind Ersparnisse bis zu 40 Prozent gegenüber einem Direktkauf möglich. Riese & Müller bietet zudem die Option, Räder für zwei Jahre zu leihen, was ebenfalls eine Ersparnis gegenüber dem Direktkauf darstellt.
Anhänger sind deutlich günstiger in der Anschaffung. Hochwertige Modelle sind zwischen 800 und 1.500 Euro zu haben, günstigere bereits ab etwa 300 Euro.
Quelle: Mit Material vom Pressedienst Fahrrad
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Kathrin Schräer hat an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Technikjournalismus studiert und ihr Studium als Diplom-Journalistin (FH) erfolgreich abgeschlossen….
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